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HERBERT BRANDL Schönes Leben
Ausstellung
HERBERT BRANDL Schönes Leben
Eröffnung
Samstag, 29 OKT 2016, Einführung: Ulrich Look, Kurator und Kunstkritiker, Berlin
Führung
Samstag, 19 NOV 2016, 16 Uhr, mit Cathérine Hug (Kuratorin Kunsthaus Zürich) und Andreas Duscha (Künstler)
Dauer
29 OKT – 23 DEZ 2016
Text
Herbert Brandl zeigt in seiner kommenden Ausstellung „Schönes Leben“ eine Reihe von Bronzeskulpturen, neue Berg- und Kristallbilder und eine neue Serie von Monotypien. Es ist seine achte Einzelausstellung in der Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder.
 
„In Brandls Kunst gibt es abseits der Malerei als Malerei – ob abstrakt oder landschaftlich bestimmt – Querschläger, kuriose Abtrünnige, schwarze Schafe, Stacheln in der Haut des Tafelbildes: liebliche Blümchen, eine megalomane Steinpilzmutation, Aquarien, domestizierte Wildkatzen oder blutrünstige Hyänenherden, die sich über die Beute hermachen. Nun ist solch ähnliches Getier der Leinwand entschlüpft, hat einen skulpturalen Körper angenommen. Seit etwa fünf Jahren operiert der Künstler am Projekt dieser Bronze-Kreaturen. Der Ausgangspunkt dafür ist eine indonesische Raubkatze aus Holz gewesen, die Brandl über die Jahre als ‚Pinselabstreifer‘ für die übriggebliebene Malschlacke der Gemälde verwendet hatte. (…) Das Sediment der Ölfarbe blieb dann auf dem Tier haften, wurde selbst Stück Malerei. Im nächsten Schritt entschied sich der Künstler, jenes malerische Readymade für Bronzefassungen vorzubereiten und Mutationen vorzunehmen. Verlängerungen an allerlei Gliedmaßen und Schneidezähnen. Aus der geschmeidig lauernden Katze sind grotesk-fantastische Kampfklone entstanden, wie aus Pakt der Wölfe entsprungen. Sind sie die Bewohner von Brandls verbrannten postapokalyptischen Landschaftsbildern oder wildarchaische Pförtner der malerischen Jangtse-Gewässer?“ (Florian Steininger)
 
Nach einer Serie von Jangtse- und Hyänenbildern arbeitet Herbert Brandl wiederum an Bergbildern, deren atemberaubende Schroffheit einen neuen Ton anstimmen. Namentlich handelt es sich um Großglockner und Aconcagua. Fulminant entfalten sich auch hier die Farb- und Lichträume, vorwiegend blau und weiß, die Natur zeigt sich in ihrer assoziativ aufgeladensten Form. Die Unentscheidbarkeit zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, dem Spannungsfeld, dem Brandls ‚absichtslose‘ Malerei bei jedem Bild erneut sich aussetzt, hat Ulrich Loock einmal als „Darstellung der Nicht-Darstellbarkeit der Landschaft“ beschrieben. Herbert Brandls Arbeit am Berg ist vor allem Arbeit an der Malerei, die von Atmosphären und Zuständen, der Materie der Farbe, der malerischen Geste, schließlich dem Einschreiben der körperlichen Bewegung ins Bild handelt. Brandl hat sein malerisches Spektrum in den neuen Bergbildern um Einflüsse chinesischer Tuschmalerei erweitert, indem er luftige Pinselstriche in weiße, rohbelassene Leinwandpartien setzt. Die Schroffheit und Wuchtigkeit der Bergmotive wird hier mit verblüffender Leichtigkeit vorgetragen. Neu ist ebenfalls eine Reihe von Bergkristall-bildern, zerklüftete Strukturen, auseinanderbrechenden Gipfeln oder stürzenden Hochbauten ähnlich, ein apokalyptisches Dunkelblau wird durch helle Linien und Schraffuren akzentuiert. Monotypien zum Thema runden die Ausstellung ab.
 
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