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Ausstellung
ERNST CARAMELLE
Eröffnung
17 FEB 2006, Einführung: Rainer Metzger, Wien/Karlsruhe
Dauer
18 FEB – 1 APR 2006
Text
Ernst Caramelle hat seit seinen ersten Ausstellungen Mitte der 70er Jahre beharrlich ein vielfältiges Œuvre entwickelt, das mit den Medien der Zeichnung, der Fotografie, des Videos, der Malerei und Wandmalerei seit langem breite internationale Anerkennung findet. Sein konzeptuell begründetes Werk wirft Fragen nach Original und Fälschung, nach Produktion und Reproduktion, nach Wahrnehmung von Kunst und den Kontexten der Kunstrezeption auf. Im Spiel der wechselseitigen Bezug- und Wiederaufnahmen gibt es keine Wertigkeiten und kein System. Caramelles Publikationen wie „11 Originalreproduktionen von Originalkunstwerken“ (1978) oder „Forty Found Fakes“ (1979) bringen das Problem von Authentizität und Signatur sehr früh auf den Punkt. Seine letztjährige Ausstellung „alle drucksachen 1974 - 2004“ im Museu Serralves in Porto, gegenwärtig im Badischen Kunstverein in Karlsruhe zu sehen, ist wohl die bislang konsequenteste „Retrospektive“. Der gesamte Erwerb der Caramelleschen Drucksachen durch die Fundação de Serralves im letzten Jahr ist der folgerichtigste Ankauf seines Œuvres durch ein Museum.
 
Der Kontext ist für Ernst Caramelle in Ausstellungen auch einer des Raumes, der Architektur. Seine Malerei, ob auf gesso-grundiertem Holz oder Karton, ob direkt auf der Wand, ist räumliche Darstellung in perspektivischer Brechung. Farbige, teilweise verwaschene Vierecke beziehen sich formal auf Raumelemente, auf architektonisches Found Footage. Die Wand wird, gleich einem Gesso Piece, zum Bild, die perspektivischen „Ansichten“ kehren sich doppeldeutig um in „Physiognomien“. Das Anschauen wird zum Angeschautwerden, das Sichtbare stellt sich als Frage dar. 
 
Die Befragung der Realität und Verlässlichkeit des Sichtbaren sowie der Bedingungen von Kunst entwickelt Ernst Caramelle kontinuierlich in seinen Zeichnungen, dem intimen und hintersinnigen Fundament seines Werks. Sie sind keine flüchtigen Skizzen – Caramelle verweigert sich der Schnelligkeit des Kunstbetriebs und beharrt grundsätzlich auf langsamen Prozessen –, sondern vielmehr poetische Ergebnisse andauernder Auseinandersetzung und durchdachter Verweise, oft collagiert und hand- oder maschinenschriftlich kommentiert. 
 
Ernst Caramelle ist rarer Gast in Wien. Neben seinen eindrücklichen Ausstellungen in der Secession (1993) und der Bawag Foundation (2001) trug die Generali Foundation in ihrer Gruppenausstellung „Replay“ (2000) der Bedeutung Ernst Caramelles als Pionier der Medienkunst Rechnung. In unserer Ausstellung zeigt Ernst Caramelle Gesso-Arbeiten, Zeichnungen und Sonnenarbeiten der letzten vier Jahre, raumspezifische Wandmalereien sowie eine Video-Projektion im LOGIN.
 
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