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Jakob Gasteiger Didir Vermeiren
Ausstellung
JAKOB GASTEIGER  DIDIER VERMEIREN
Eröffnung
5 SEP 2000, Einführung: Mag. Martin Hochleitner, Leiter der Landesgalerie Oberösterreich
Dauer
6 SEP – 13 OKT 2000
Text
Mit neuen Bildern des österreichischen Malers JAKOB GASTEIGER und neuen Skulpturen des belgischen Künstlers DIDIER VERMEIREN zeigen wir zwei international vielbeachtete Positionen, die trotz ihrer medialen Unterschiede einen spannungsreichen und komplexen Dialog in der Analyse ihres jeweiligen Mediums unterhalten.

JAKOB GASTEIGER (geb. 1953 in Salzburg, lebt in Wien), der als Maler Farbe gleichsam auf die Leinwand modelliert, arbeitet mit Bezug zur traditionellen Malerei, betont jedoch zugleich im Sinn der „analytischen Malerei“ das Bild in seiner Objekthaftigkeit und den Materialcharakter der Farbe. Seine Arbeiten beinhalten die „verborgene Fragestellung, ob das Bildobjekt ein Abdruck eines Gegenstandes im physischen Sinne – und in diesem Sinne Nachahmung, Abbildung, ‚Dokument’ einer Bewegung eines Gegenstandes – sei oder selbst ein Gegenstand, der nur durch den Akt des Aufhängens zum Bild umgedeutet wird“. (Lóránd Hegyi). So sind die Bilder Jakob Gasteigers zum einen Nachahmung und Abdruck einer mechanischen Arbeitsmethode – meist vertikale Bewegungen mit Spachtel und Rakel verteilen die meist monochrome Farbe auf dem Bildträger – doch gleichzeitig auf verblüffende Weise „malerische Malerei“ par excellence, die sich auf einfache, physisch-sinnliche Existenz gründet.

Wir zeigen eine neue Werkentwicklung des Künstlers, die sein erforschtes Technik-(Rakelage) und Materialvokabular (Öl, Acryl, Lack) wiederaufgreift, jedoch gegenüber dem früheren Objekt- bzw. Skulpturencharakter den malerischen Impetus betont. Neben neuen, eindrücklich großformatigen, monochromen Arbeiten auf flachen Bildträgern sind erstmals attraktive mehrfarbige kleinformatige Bilder mit pastosem Farbauftrag zu sehen.

DIDIER VERMEIREN (geb. 1951 in Brüssel, lebt in Brüssel): „Die Verschiebung, die Bewegung sind das Thema der Skulptur. Die Skulptur verharrt auf dem Boden, sie weist uns unseren Ort zu.“ Mit Bezugnahme auf die Tradition des Minimalismus (Carl André, Robert Morris) und Klassiker wie Brancusi, Rodin, Carpeaux oder Canova, sind Didier Vermeirens Arbeiten gleichzeitig physische Erfahrung im Hier und Jetzt. Die klassischen Themen von Form, Sockel, Monument, die klassischen Materialien wie Ton, Gips, Bronze, Holz und die klassischen Techniken wie Modellieren und Guss werden mit den Themen der Moderne verbunden: mit dem Produktionsprozess, der Sockelfunktion, der Werkstruktur, dem Begriff des realen Raums, dem Ort des Betrachters.

Vermeirens Werke sind vielbezüglich und generieren sich aus Fragmenten seines bereits existierenden Oeuvres. So arbeiten die beiden gezeigten „Solide plastique“-Skulpturen (1999) mit dem Thema des Übergangs, der Transformation des einen Zustands in einen anderen, vom Flüssigen zum Festen, vom Formbaren zum Geformten oder auch - von der Skizze zum Abguss. Die Arbeit „Sans titre“ (1999), ein 170 cm hohes Stahlgestell auf Rädern, dessen Deckplatte und „Sockel“ aus einer dünnen Fiberglasplatte bestehen, thematisiert auf augenzwinkernd minimalistische Weise das Verharren der Skulptur in Bewegung.

Darüber hinaus zeigen wir Fotografien, die der Künstler ursprünglich zu Dokumentationszwecken anfertigte und die in den letzten Jahren zum festen Bestandteil des künstlerischen Oeuvres geworden sind. Im Mehrfachbelichtungsverfahren präsentieren sich die Arbeiten trotz fotografisch fixierter Ansicht unter verschobenen und in Bewegung befindlichen Blickwinkeln.