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GÜNTER UMBERG, 2015 GÜNTER UMBERG, 2015
Titel
GÜNTER UMBERG 
Eröffnung
26. MAR 2015, Einführung: Dr. Marie-Amélie zu Salm-Salm, Kuratorin, Frankfurt/Main
Dauer
27. MAR  – 16. MAI 2015
Text
Seit mehr als dreißig Jahren malt Günter Umberg monochrome Bilder, meist schwarze, mitunter grüne, selten auch titanorangefarbene. Dabei stellt er das geläufige Verständnis von Monochromie in Frage, denn es geht ihm weder um eine minimalistische Geste, noch um einen analytischen Ansatz, noch um eine Demonstration von Malerei als Prozess. Vielmehr geht es ihm darum, die Farbe in ihrer Eigenschaft und Bedeutung als zentrales Medium der Malerei zu definieren, die Farbe zum Bild zu verwandeln. Für Umberg ist das Monochrome lebendige Energie, Bedingung und Ort für unbegrenzte Möglichkeiten, Ausgangspunkt und Totalität zugleich.
 
In Umbergs Malerei haben die Farben weder symbolischen Gehalt, noch lassen sie sich auf materieller Ebene erklären. Ihre Intensität entsteht durch den wiederholten Auftrag von Farbpigmenten und Bindern, eine spezifische Malweise, die aus einem technischen einen geistigen Prozess macht und eine eindringliche, vibrierende Präsenz der Bilder im Raum bewirkt. Konzentriert auf relativ kleine Formate und deren Ecken und Kanten – die Bildträger sind aus Holz oder Polyvinyl und sind zur Wand hin abgeschrägt – scheinen die Bilder den Raum zu aktivieren. Zugleich entfalten die kleinen Rechtecke eine Sogwirkung auf den Blick der Betrachter, ähnlich schwarzen Löchern, den verdichteten Stellen in unserem Universum, wo sich die Materie zu einem Punkt vereinigt, dessen Größe gegen null und dessen Dichte gegen unendlich geht.
 
Farbe, mit der Umberg in unmittelbarer physischer Beziehung steht, entwickelt sich für ihn aus einer inneren Logik und aus den tieferen Schichten seiner Erfahrung. Wenn neben den vorwiegend schwarzen in den letzten Jahren auch Bilder anderer Farben entstanden sind, bedeutet dies das „Zulassen“ einer Farbigkeit, die aus seiner Auseinandersetzung mit mittelalterlicher italienischer Malerei bis hin zu Renaissance und Manierismus herrührt. Auch seine Formatwahl erinnert an die Konzentriertheit der kleinen Porträts und Devotionalienbilder, deren Ausdrucksstärke im umgekehrten Verhältnis zu ihrer reduzierten Größe steht.
 
Umbergs monochrome Bilder können sowohl einzeln, als isolierte Einheiten, als auch – gleich Inselgruppen – in genau bemessenem Abstand vertikal und horizontal zueinander an der Wand installiert werden. Als „Territorium“ wird das Arrangement ein Raum perzeptiver Erfahrung im bildlichen wie architektonischen Sinn, der im jeweiligen Kontext und in Bezug auf den Ort einen offenen und resonanzreichen Organismus generiert. Ein „Territorium“ ist also keine mehrteilige Arbeit, sondern ein Zusammentreffen einzelner Werke aus unterschiedlichen Entstehungsjahren zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort, wo sie den Raum definieren. Ein „Territorium“ ist eine temporäre und unwiederholbare Anordnung.
 
In seiner vierten Einzelausstellung in der Galerie nächst St. Stephan zeigt Günter Umberg im ersten Raum eine Reihe verschieden blauer, relativ kleinformatiger Bilder - an der Längswand auf gleicher mittlerer Höhe und in gleichem Abstand zueinander gehängt. Die Reihe zeigt sich dem Betrachter en face, nach Art einer Serie von Porträts. Der zweite Raum wird von zwei sich gegenüberliegenden Territorien bestimmt, jeweils bestehend aus verschiedenen schwarzen, blauen und grünen Arbeiten, die mit dem Betrachter eine dialogische Verbindung herstellen. Im dritten Raum sind es drei individuelle Werke – schwarz, orangerot und schwarzgrün –, die mit ihrer Intensität den Ort definieren.
     
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