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Ausstellung
HERBERT BRANDL
Eröffnung
13 SEP 2007, Einführung: Dr. Thomas Kellein, Kunsthalle Bielefeld
Dauer
14 SEP – 3 NOV 2007
Text
Zur Malerei gehört ein Körper dazu, der sich einsetzt, mit seinen Händen, Füßen, womit auch immer, mit den Haaren, der Zunge, das irgendwie bewältigt, eine Fläche bewältigt, einen Duktus zeigt, eine eigene Sprache entwickelt…. Das interessiert mich immer auf’s Neue, vor dieser weißen Leinwand zu stehen, mit diesen paar wenigen Farben, die man da hat, mit diesen wenigen Hilfsmitteln irgendetwas zu machen, etwas ganz Bestimmtes zu machen. Die Dinge zusammenbringen, die Farben zusammenbringen, die Informationen, die man aufgenommen hat und in einer Farbe bündeln möchte, als Aussage oder als Nicht-Aussage. Das Spiel damit, ob das gelingt, ob das nicht gelingt. Herbert Brandl, spike 12, 2007, S. 39 f.

HERBERT BRANDL widersetzt sich mit seinen neuen Farbkompositionen mittels immersiver Räume einer subjektzentris-tischen Auffassung von Kunst, da seine Malerei weder appellativ ist, noch eine Botschaft bereithält. Brandls Malerei feiert in rau-schenden Farbräumen ihre grundsätzliche Orientierungslosigkeit. Die fehlende Distanznahme des Künstlers beim schnellen und konzentrierten Bemalen der Leinwand korrespondiert mit der Erfahrung des Betrachters, der sich gewaltigen Farbhimmeln aus-gesetzt sieht, ohne selber verortet zu werden, ohne vertikale Anrede. Rauschhaft türmen sich vor ihm Farben und Formationen, ein Lichtblick, um im nächsten Moment sogleich wieder zu ver-schwinden. Brandls Bilder desorientieren mit den Mitteln der Malerei. Sie sprechen die Sprache des Heroischen, ohne dabei heroisch zu sein, und vertrauen dabei auf die Malerei und deren rhetorisches Repertoire. Das Bannen ephemerer Erscheinungen oder, umgekehrt formuliert, das Malen bis zur flüchtigen Erscheinung impliziert eine ungemein befreiende Vorläufigkeit. ‚Es ist keine von diesen Arbeiten ein endgültiges Werk’, äußerte sich der Künstler, ‚das läuft eben weiter, das ist eher eine Abfolge oder wie eine Filmsequenz. Manchmal kommt mir das Ganze auch so vor, als wäre es ein Song: ein Stück ist ein Song, dann kommt ein Zwischenraum und dann kommt ein neuer Song’.“
Philipp Kaiser, in: Kat. Herbert Brandl, 52. Biennale Venedig, S. 68
 
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