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Ausstellung
ISA MELSHEIMER Geliehene Landschaften
Eröffnung
18 NOV 2005, Einführung: Ulrich Loock, Museu de Arte Contemporãnea de Serralves, Porto
Dauer
19 NOV 2005 – 4 FEB 2006
Text
Isa Melsheimers Installationen, ihre „Behausungen“, zeltartigen Gebilde und merkwürdigen Miniaturwelten im Stil der 60er und 70er Jahre haben sich in den letzten Jahren einen festen Platz im Ausstellungsgeschehen erobert und bereits Eingang in Museumssammlungen gefunden. Die installativen Anordnungen finden sich an ungewöhnlichen Orten, urbane Lebensräume werden in kleinen Kratern aus Pappmaché präsentiert, architektonische Situationen finden sich unter Bänken oder in Kästchen an der Wand. Es sind provisorische Modelle vom „Leben in der Schachtel“, humorvoll und manchmal melancholisch, in die persönliche Erinnerungen, Alltagsgegenständlichkeiten und surrealen Versatzstücke Eingang finden.
Isa Melsheimers textile Wandarbeiten sind minutiöse und detaillierte Szenen, die sie meist den Medien entnimmt. Statt des fotografischen Schnappschusses wählt sie mit Bedacht das zeitaufwändige Einsticken des Dokumentierten, so, als müsste der Weg der Botschaft verzögert werden.
 
Das Projekt „Geliehene Landschaften“, mit dem Isa Melsheimer zum ersten Mal in Österreich zu sehen ist, spielt auf die Tradition japanischer Gartenarchitektur an. Sie besteht in künstlich gebauten Landschaften, deren Hintergrund hintereinander gestaffelte Berge darstellen. Isa Melsheimers Berge sind aus bläulich-grünlichem Bruchglas, fragil in der Anmutung, scharfkantig in ihrer Materialität. Sie sind eine Anspielung auf chinesische Gelehrtensteine, die in Gärten oder auf Schreibtischen zur Betrachtung aufgestellt wurden und mit ihren bizarren Formen das Universum als Mikrokosmos darstellen sollten. Isa Melsheimers Berge sind unendlich geschichtet wie ihre Installationen vielfältig verschachtelt sind.
 
Im LOGIN verwendet sie die Schaufenstersituation, um eine Art Diorama herzustellen, indem sie eine zweite Ebene einzieht. Im Querschnitt ist die oberirdische und die unterirdische Welt zu sehen, die Grenze ist ein glatter „See“. Er trennt eine oberirdische, clean wirkende Welt und eine unterirdische, feucht-modrige, die durch die Stützpfeiler die Anmutung einer Tiefgarage erhält. Der Berg ist nach unten verkehrt, von oben nur mehr als Krater sichtbar, von unten betrachtet gleichsam als Stalaktit in die unterirdische Welt ragend.
 
Im Projektraum wird neben Bergobjekten eine neue textile Wandarbeit zu sehen sein, die Eindrücke einer Shanghai-Reise dokumentiert. Isa Melsheimer kombiniert die traditionelle chinesische Landschaft und traditionelle chinesische Architektur mit dem modernen, temporeichen Shanghai und seinen Fabriken und Wolkenkratzern. Über der Szenerie ist eine Reihe fliegender Chinesen gestickt, man mag Mao ausmachen, Beamte des Zentralkomitees und andere.
 
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