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Jessica Stockholder
Ausstellung
JESSICA STOCKHOLDER
Eröffnung
14 SEP 2001, Einführung: Dr. Roland Wäspe, Direktor des Kunstmuseums St. Gallen
Dauer
15 SEP – 10 NOV 2001
Text
Jessica Stockholder erregt mit ihren raumgreifenden Installationen seit 1985 international großes Aufsehen (Artists Space, New York 1985, Rotterdam/Chicago 1991, Münster/Zürich 1992/1993, Dia Center for the Arts, New York 1995, Kunstnernes Hus, Oslo 1997, Musée des Beaux-Arts, Nantes 1998, Kunstmuseum St. Gallen 2000). Auf beeindruckende Weise nimmt sie mit diesen temporären Arbeiten die Räume völlig in Besitz und stellt dem Ausstellungsraum einen Raum eigener Ordnung entgegen. Auf die spezifisch amerikanische Struktur dieser Arbeiten ist mit Bezug auf die Einflüsse der Happenings von Allan Kaprow, der Collage-Bilder von Robert Rauschenberg, der Assemblagen von Edward Kienholz u. a. verschiedentlich hingewiesen worden.
 
Ein zweiter, gleichrangiger Schwerpunkt im Œuvre Jessica Stockholders sind ihre Studio-Arbeiten, die autonomen Charakter haben. Die Auswahl der Materialien, der präzise kompositionelle Aufbau, Bestimmung von Größe und Proportion finden hier unabhängig von räumlichen Gegebenheiten statt. Diese Arbeiten nehmen durch ihre bestimmte Plazierung in der Aus­stellung Bezug zum umgebenden Raum, doch bleiben sie in sich geschlossene Gebilde, wenn­gleich man in manche buchstäblich eintreten kann.
 
Jessica Stockholder, die zunächst Malerei, dann Skulptur studierte, formuliert die Auseinander­setzung mit beiden Medien in ihrem Werk: „Es war nicht so, dass ich aufgehört hätte, Bilder zu malen und dann angefangen hätte, Skulpturen zu machen. Ich mache immer noch Bilder, nur dass sie jetzt zugleich Skulpturen sind“. Ihre „Bilder“, dreidimensionale Assemblagen aus man­nigfachen Alltagsgegenständen, haben in ihrer Farbigkeit tatsächlich großen Anteil an Malerei. Die Farbe behauptet sich als abstraktes, eigenständiges Material, das wie eine Haut unterschied­liche Objekte in Verbindung bringt und deren Objektcharakter aufhebt. Sie fungiert als Ober­fläche, als Membran zwischen dem Innen und Außen des Werks. Jessica Stockholder lotet die Grenzen zwischen Malerei - als Arbeit an der Fläche - und Skulptur - als Arbeit am Volumen - aus.
 
Stockholders sinnenfrohe, oft verblüffende Kombinationen erreichen in ihrer inszenatorischen Anordnung einen hohen Grad an Fiktionalität: „Es gefällt mir, das Gefühl zu erzeugen, daß aus dem, was konkret und uns bekannt ist – aus dem, was wir für wirklich halten -, etwas anderes auf­steigt; es gefällt mir, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass etwas gleichsam Phantastisches zum Vorschein kommen kann.“ Die Arbeiten von Jessica Stockholder sind ein Ort, an dem sich das Persönliche mit der konkreten Realität vermischt. In ihrer Sinnlichkeit und emotionalen Dichte liefern sie die Struktur für unterschiedlichste Assoziationen, Erinnerungen und narrative Momente.
 
(Zitate aus Kat. Westfälischer Kunstverein Münster und Kunsthalle Zürich 1992/1993, wiederaufgenommen in Kat. Sammlung Götz, München 1998)
 
Seite der Künstlerin