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LUISA KASALICKY exclusive
Ausstellung
LUISA KASALICKY exlusive
Eröffnung
17 SEP, Einführung: Karin Pernegger, Kuratorin der Kunsthalle Krems
Franz Wojda, Sammlung Franz und Sigrid Wojda
Dauer
18 SEP – 23 OKT 2010
Text
Ausgehend von Alltagsbeobachtungen, von Erinnerungen an Ereignisse wie Begegnungen und Filme fertigt Luisa Kasalicky skulpturale Arbeiten an, die an Embleme, Figuren, Möbel und andere Gebrauchsgegenstände denken lassen, sich jedoch jeglicher Nutzbarkeit entziehen und dabei eine eigene surreale Sprachlichkeit entwickeln.
 
Dem Alltag entnommene Materialfragmente  werden zu Wandarbeiten, Objekten und Installationen zusammengefügt. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte „arme Materialien“ wie Styropor, Linoleum, Teppich, Dämmplatten, Fliesen oder auch Dekorationsstoffe, „die für den Markt uninteressant sind, weil sie nicht mehr modern sind, weil sie farblich oder strukturell nicht mehr dem entsprechen, was jetzt gefragt ist.“ (Luisa Kasalicky).
 
Die oft aus Auslaufposten in Baumärkten herausgesuchten Baustoffe aus den 1970er oder 1980er Jahren sind Relikte aus der Vergangenheit, die mit solchen aus der Gegenwart verbunden werden. Ihnen wird ihre Funktion entzogen. Durch die Zeitverschränkungen wird Zeit ihrer linearen Entwicklung enthoben. Durch die Funktionsumwertungen werden die Parameter von Wertigkeitsbildung an sich als unzulänglich dargestellt.
 
Sowohl die Alltagswelt wie der urbane Raum und seine Versatzstücke als auch die Malerei an sich werden einer Analyse unterzogen. Formal wird dies anhand von einer Collagen- und Assemblagentechnik durchgeführt, die zum einen die Auseinandersetzung mit der Moderne berührt. Zum anderen liegt den Arbeiten Kasalickys ein malerisches Denken zugrunde, in welchem der Malerei  inhärente Fragen erörtert werden. Ihre Installationen hat sie aus der Malerei heraus entwickelt und für diese Farbsysteme zusammengestellt. In einer offenen Struktur werden die Materialien, die sie nach Farbe und Textur ausgesucht hat, in immer wieder neuen Konstellationen zu modularen Raumskizzen zusammengesetzt. Vorgefertigte Farboberflächen werden durch das Lackieren einzelner Bereiche ergänzt.
 
Entscheidend ist, dass es nicht bei einer In-Fragestellung bleibt. Luisa Kasalicky behauptet Gegenwelten zum Alltag. Sie fängt Menschliches ein, schält Wesentliches heraus und überträgt es in komplexe Raum- und Materialsysteme. In diesen werden neben autonomen Objekten gleichzeitig narrative Inszenierungen erzeugt, deren Geschichten über die Materialität transportiert werden.
 
Die Gleichzeitigkeit des Gegensätzlichen begleitet dabei das gesamte Werk. „Es gibt Versatzstücke, die mich immer wieder begleiten. Vielleicht kann ich als Brücke über ein Märchen erzählen, das mich schon als Kind begeistert hat. Ein Prinz will heiraten, was macht er, er schickt seine Boten aus. Aber er will eine besondere Frau. Diese Frau sollte angezogen und nicht angezogen kommen, sie soll fahrend und nicht fahrend kommen. Da findet sich eine Fischerstochter. Sie reitet auf einem Esel, über den sie einen Fuß geworfen hat, mit dem anderen Fuß geht sie. Bekleidet ist sie nur mit einem Fischernetz, sie ist also gleichzeitig angezogen und nicht angezogen. Sie vereint Gegensätze, die scheinbar nicht gut vereinbar sind. Dadurch eröffnet sie eine extreme Weite an Möglichkeiten. Das ist es, was ich indirekt immer möchte, dass die Arbeit eine Bestimmtheit und Dringlichkeit in sich hat, aber gleichzeitig auch eine gut geölte Assoziationskette hervorbringt. Mit Unterbrechungen, die spezifisch von jeder Person abhängen.“ (Luisa Kasalicky in einem Interview mit Rita Vitorelli in Spike, Art Quarterly, Herbstausgabe 2009)
 
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