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Katharina Grosse 2001
Ausstellung
KATHARINA GROSSE
Eröffnung
29 MAI 2001, Einführung: Dr. Rainer Fuchs, Vizedirektor des
Museums moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Dauer
30 MAI – 28 JUL 2001
Text
Katharina Grosse gehört zu einer jungen Künstlergeneration, für die das Malen wieder ein ganz selbstverständliches Metier darstellt. „Wenn ich male, ist alles sehr sinnlich, sehr direkt, sehr körperlich.“ (Stern Nr. 40, 28.9.2000). Ihre Teilnahme an der
11. Biennale in Sydney (1998), die Nominierung zum Preis der Nationalgalerie für junge Kunst (Hamburger Bahnhof Berlin 2000) und die kommende Biennale in Sao Paulo, bei der sie im Rahmen der Berlin-Ausstellung vertreten ist, belegen den internationalen Erfolg dieser Künstlerin. In unserer Ausstellung zeigt sie Acrylbilder auf Aluminium, Leinwand und Papier sowie raumbezogene Arbeiten, die sie mit Farbsprayer direkt auf die Wand aufträgt.
 
Wir zitieren auszugsweise einen Text von Armin Zweite, Direktor der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, der präzise und anschaulich die Haltung von Katharina Grosse reflektiert:
Es ließe sich vieles über das sehr eigene Kolorit der Malerin sagen, ihre Bevorzugung ungewöhnlicher Abtönungen, ihre Vorliebe für riskante, eigentlich ‚unmögliche‘ Verbindungen, die enorme Sicherheit, mit der sie die gegensätzlichen Farben ausponderiert, ihre Ausdehnung im Verhältnis zu anderen Tönen definiert, die Farben einer vertikalen bzw. einer horizontalen Struktur zuordnet usw. ... Malerei ist für Katharina Grosse ganz wesentlich auch ein räumliches Ereignis, ganz gleich, welchen Träger sie für ihre Farben und das Ritual des Auftrags bevorzugt. Es sind bezeichnenderweise bei ihren großen Rauminstallationen in der Regel Eingriffe, die die Struktur der vorgegebenen Wände, Ecken, Kabinette, Hallen, Flure, Treppenhäuser usw. konterkarieren, indem beispielsweise Papierbahnen frei von den Wänden hängen, sich partiell überdecken oder Schlitze frei lassen, oder aber die Farbabsätze nicht mit den Raumkanten zusammenfallen. ... Durch solche, sehr eigene Strategien nistet sich bei Grosse in den realen, gebauten Raum ein Farbraum eigener Gesetzmäßigkeit ein, so daß die Wahrnehmung buchstäblich gesplittet wird. Die psychologische Wirkung der Farbhaut behauptet sich gegenüber der physischen Wirkung der auf Funktionen ausgerichteten Architektur. Das führt zu spannenden Klängen, zu verblüffenden Kombinationen und zu herben Konfrontationen. ...
Jüngste Versuche, die Farbe unmittelbar auf die Wände zu sprühen, signalisieren die Richtung und entsprechen den Vorstellungen der Malerin offenbar augenblicklich am ehesten. ... Wir haben zu registrieren, wie die Pinsel länger, die Bewegungen ausgreifender und zugleich alle taktilen Momente mehr und mehr zurückgenommen wurden. Vielleicht geht es bei diesem Reduktionsprozeß u.a. um den Beweis, daß auch in der Malerei die Entstehung der künstlerischen Vorstellungswelt nicht unmittelbar an den physischen Akt gebunden ist, sondern selbst in der Sublimationsform des Sprayens manifest wird. Letztlich ist es eine demiurgische Metapher, die sich in diesem Prozeß manifestiert: Den Bildern wird das farbige Leben buchstäblich eingehaucht. Am Horizont solcher Recherche könnte letztlich die Negation des Bildbegriffs liegen: Lösung der Farbe vom Träger und Unterminierung des Anspruchs auf Dauer, d.h. Propagierung des Ephemeren. Nichts scheint verstellt, alle Horizonte sind offen. ...
(Farbe, Form, Format – 12 Stichworte zu Katharina Grosse, Kat. Kunsthalle Nürnberg 1998)
 
Seiter der Künstlerin