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Der Künstler als Kurator Der Künstler als Kurator
Ausstellung
Der Künstler als Kurator GÜNTER UMBERG
... und wandelt mit bedächtiger Schnelle vom Himmel durch die Welt zur Hölle
ANDY WARHOL, YVES KLEIN, JO BAER, BERNARD FRIZE, JOHN McCRACKEN, ERNST CARAMELLE, OLIVIER MOSSET, JESSICA STOCKHOLDER,, HELMUT FEDERLE, DADAMAINO, GERWALD ROCKENSCHAUB, ROBERT RYMAN, JOHN WESLEY
Eröffnung
21. SEP 1999, Einführung: Mag. Florian Steininger, Kunsthistoriker
Ausstellungsdauer
22 SEP – 31 OKT 1999
Text
Die Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder lädt Günter Umberg, den renommierten Protagonisten einer reduzierten monochromen malerischen Richtung, ein, eine persönlich konzipierte Ausstellung zu präsentieren. Stars der Moderne und internationale Vertreter der aktuellen Kunst werden in einem spannungsreichen und komplexen Zueinander ausgestellt.
Schon mehrmals wurde Umberg von etablierten Kunstinstitutionen eingeladen, Ausstellungen zu programmieren, die stark im Zusammenhang mit seiner radikalen malerischen Haltung gestanden sind. In dieser Ausstellung dagegen lernen wir einen Künstler kennen, der uns seinen emotionalen Zugang zur Kunst offenbart. Was die Auswahl der Kunstwerke betrifft, agiert er mit seiner sensitiven Seherfahrung auf Kunst. "Ich sehe mich nicht als Kurator, ich handle als Maler, ich wähle aus der Sicht, der Erfahrung und mit den Augen eines Malers aus." Von großer Entscheidung ist für Umberg der emotionale Zugang zum Werk, der subjektive Dialog, der sich aus dem Betrachten entwickelt, jenseits vom theoretischen oder kunsthistorischen Kontext. "Der Mensch nimmt Teil am Kunstwerk, er aber definiert es nicht, denn es hat ja Bedeutung für sich." Dies ist ein antikunstwissenschaftliches, auf sinnliche Erfahrung ausgerichtetes Ausstellungskonzept, das einen großen Spielraum für eigene Emotionen und ein Fokussieren auf das Werk per se zuläßt, ohne jedoch die intellektuelle Dimension auszugrenzen.

Das Spektrum der präzise ausgewählten Kunstwerke reicht von Ikonen der Moderne bis zu Künstlern, die die heutige Zeit entscheidend prägen. Bei Georgia O'Keeffe, Vertreterin der amerikanischen Malerei vor dem Zweiten Weltkrieg, hat es Umberg interessiert, wie sich eine Frau einem Bild emotional annähert. In der selben Intensität verspürt der Deutsche diese Emotionalität bei Jessica Stockholder (geb. 1959, Seattle, Washington), wenngleich keine Übereinstimmungen auf formaler und inhaltlicher Ebene zwischen den beiden Künstlerinnen zu erkennen sind. In Helmut Federle's Bildern sieht Umberg eine explizit klassische malerische Haltung, die Aura, Harmonie und Ethik auf einer humanistischen Ebene repräsentiert. Robert Ryman vermittelt mit seiner auf Materialität und farblich weiße Oberflächentektonik konzentrierten Malerei Grundbegriffe der Wahrnehmung in sinnlich emotionaler Weise. Das Interesse des Ausstellungsmachers an Bernard Frize gilt seiner prozessualen Malpraxis, die ein stetiges und fundamentales Hinterfragen des Bildes nach seiner Fertigstellung mit sich bringt. Seine farbig schillernde Malerei, einem Chamäleon gleich, scheint den Betrachter leicht zu verführen, ist jedoch bei intensiverer Rezeption ein komplexes, vielschichtiges Gebilde. John McCrackens Werke zeugen von einer ambivalenten Präsenz. Zum einen werden sie als hermetisch abgegrenzte geometrische Objekte im Raum wahrgenommen, zum anderen wird ihre Körperlichkeit durch die warme Strahlkraft der Farbe relativiert, wodurch Parallelen zu Yves Kleins monochromem gelbem Bild auftreten, ein Bild, das im Oeuvre des französischen Künstlers einen exeptionellen Platz einnimmt.

Aufgrund dieser subjektiven Auswahl, die den Anspruch auf Absolutheit entschieden negiert, werden die Kunstwerke in einen belebenden und poetischen Dialog zueinander gebracht, dem sich der Betrachter stellt.
 
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