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titel
LAURENT DUPONT-GARITTE Objekte aus Wien*

kuratiert von Agata Jastrząbek
Eröffnung
2. SEP 2014
dauer
3. SEP - 27. SEP 2014 
text
8. August 2014, Wien, Espressobar
 
Laurent kommt nach Wien und die Geschichte nimmt ihren Anfang. Oder nicht. Wenn man sich die Architektur der Stadt anschaut, dann wird deutlich, dass die Geschichte schon vor langer Zeit begonnen hat. Laurent kommt nach Wien und findet Objekte. Jedes Objekt hat seine Geschichte; vom Augenblick seiner Herstellung bis es sich in Laurents Händen wiederfindet. Es ist an vielen Orten gewesen und vielen Menschen begegnet. Und es hat viele Funktionen erfüllt. Oder vielleicht hat es seine vorgesehene Funktion gar nicht erfüllt, sondern eine ganz andere. Oder überhaupt keine Funktion. Einige Objekte haben traurige und andere haben sehr einfache, fröhliche Geschichten. Die Objekte haben Grundeigenschaften: das Gewicht, die Größe und das Material, aus dem sie gemacht sind. Einige sind aus Holz, andere aus billigem Plastik, einige haben Stacheln aus Kristall. Einige könnten von einem bekannten österreichischen Hersteller stammen, andere aus chinesischen Arbeitslagern.

13. August 2014, Brüssel, Laurents Wohnung

Ich betrachte Laurents Objekte. Seine sorgsam gefundenen Möbelstücke und die bemalten Objekte, die auf dem Kaminsims aufgestellt sind. Ich denke über den Unterschied zwischen ihnen nach. Objekte an sich sind nicht lebendig. Sie bewegen sich nicht. Irgendwie scheinen die bemalten Objekte (von Laurent) noch unbeweglicher zu sein, unbelebt. Sie verschaffen sich Zutritt zu einer anderen Ebene der Stille. Ein meditativer, introvertierter Zustand.
Sie sind ihrer Funktion beraubt und haben ihre externen Eigenschaften internalisiert: Farbe, Material, Gewicht.
Eher Mönche als getarnte Objekte. Sie erhalten neue Eigenschaften, eine andere Präsenz: monumental in ihrer Leere.

22. August 2014, Wien, Login der Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder

Laurent stellt die Objekte auf den Boden der Vitrine. Sie stehen im Neonlicht. Spannung baut sich auf. Die Objekte sind ausgegrabene Prototypen von sich selbst. Ich betrachte sie gerne. Die Art und Weise, wie die Farbe heraussticht, erzeugt fast einen Heiligenschein.

23. August 2014, Wien, Porzellanmuseum im Augarten

Ich betrachte eine Glasvitrine mit Porzellanobjekten, die in den 1940er Jahren von der Manufaktur Augarten in Wien hergestellt wurden. Ihre Herkunft ist deutlich und kristallklar.

Agata Jastrząbek

* Laurent Dupont-Garitte Objekte aus Wien ist das erste Projekt der Reihe OKO, einer Serie von Solo Präsentationen an verschiedenen Orten, initiiert von Agata Jastrząbek.

Laurent Dupont-Garitte (1976 in Liège, Belgien geboren) arbeitet mit unterschiedlichen Medien wie Malerei, Ton, Film, Rauch und anderen. Seine Praxis basiert auf einer permanenten Suche, bei der keine bestimmte Methodik vorgegeben ist, sondern sich diese erst im Prozess entwickelt. Anliegen dieser Praxis ist, sich eingehend mit der zeitbedingten Subjektivität der Wahrnehmung auseinanderzusetzen. Nach American Objects L.A. 2012, den Objets de Bruxelles 2012 und den WIELS Objects 2013 hat Laurent Dupont-Garitte im Sommer 2014 an seinen Objekten aus Wien gearbeitet, Welche Gestalt wird seine Begegnung mit Wien annehmen? Wie weit kann die archetypische Persönlichkeit dieses Orts durch die eigene Erfahrung des Künstlers gedämpft werden? Arbeiten von Laurent Dupont-Garitte waren 2012 in der Galerieausstellung "Prolojgation" zu sehen.