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Masterprints Masterprints
Ausstellung
Masterprints
GERICAULT, VLAMINCK, PICASSO, PISSARO, MATISSE, ENSOR, REVERE, MANET, LAUTREC, FEININGER, VALLOTON, BECKMANN, BONNARD, NOLDE, KLEE, FEDERLE, ESTES, CLOSE, ECKART, SULTAN, BRANDL, LEWITT, KNOEBEL, RAUSCHENBERG, BAILEY, SALLE, LASKER und andere
Eröffnung
23 NOV 1999, Einführung: Dr. Wolfgang Drechsler, Kurator am Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien
Ausstellungsdauer
24 NOV 1999 – 22 JAN 2000
Presse
In letzter Zeit kann man des öfteren bei Rosemarie Schwarzwälder einen spannungsreichen Dialog zwischen Kunstwerken jenseits temporärer oder stilistischer Vorgaben antreffen. Nun ist der New Yorker Kunstdrucker BOB FELDMANN als Kurator ans Werk gegangen und hat ein exquisites Potpourri druckgraphischer Blätter zusammengestellt. Dabei trifft man auf Ikonen der Kunstgeschichte: N o l d e s "Prophet", E n s o r s "Der Triumph des Todes" und K l e e s "Der Seiltänzer". Klee korrespondiert, was das Eingebundensein der Figur im konstrukturierten Lineament betrifft, mit R a u s c h e n b e r g s Offsetdrucken. Die Kreativität im Hängen der Bilder wird durch das kühne Mischen eines monumentalen Siebdrucks von Richard E s t e s, der den Blick auf Manhattan freigibt, mit Arbeiten von G e r i c a u l t und V l a m i n c k belebend gesteigert. Ein vorweihnachtlicher Augenschmaus.
Florian Steininger, Die Presse, 14. 12. 1999


Der Graphik - Boom
- Masterprints. Eine Ausstellung der Galerie nächst St. Stephan

In den 70er Jahren war es die "Aktie an der Wand" – die signierte Graphik namhafter Künstler. Man sprach von einem "Graphik-Boom": Während vorher und nachher eine beschränkte, höchstens dreistellige Auflage die Stabilität der Preise garantierte, waren auf dem Höhepunkt des Graphik-Booms aucg Auflagen von 10.000 keine Seltenheit. Einzelne Künstler kamen mit dem Signieren nicht nach: Der eine signierte im Stein, der andere erfand ein System von Stempeln.
Einerseits war die Druckgraphik ein Mittel – ein "Medium" – um charakteristische, bekannte Motive eines Künstlers zu popularisieren. Andererseits waren die verschiedenen Möglichkeiten des Holzschnits (in China und Japan um das 8. Jahrhundert n. Chr. entsatnden), des Kupferstichs (Deutschland 14. Jahrh.), der Lithographie (Sennefelder, 1798) auch eine formale Herausforderung für den Künstler.
In der Ausstellung "Masterprints" (Meisterdrucke) der Galerie nächst St. Stephan sieht man erlesene Beispiele für alle drei Techniken, vom Impressionismus bis zur Gegenwart. Die beiden teuersten Blätter stammen von Pierre Bonnard ("La petit Blanchisseuse" – Kleine Wäscherin, Lithographie, 1896) und Paul Revere ("Boston Massacre", 1770, Radierung). Beide kosten 1,27 Millionen Schilling.
Die Faktoren der Preisbildung für die relativ kleinformatige Lithographie erklären sich aus dem guten Zustand bei relativ hoher Auflage (100 Exemplare) und der Popularität des charakteristischen Suyets. Paul Revere hat eine Episode der amerikanischen Geschichte festgehalten –, in einer geringen Auflage, die außerdem Blatt für Blatt handcoloriert ist. Damit sind de sog. Originalgraphik mehr als erfüllt. Gerade mit der Druckgraphik (außer den drei erwähneten "klassischen" Techniken gibt es noch den Stahlstich, den Linolschnitt und den Siebdruck) ist seit der Explosion des Kunstmarktes viel Schindluder getrieben worden. Wer eine zuverlässige Einführung sucht, findet sie in der "Kunst der Druckgrafik" verfaßt vom emeritierten Direktor der Wiener Albertina, Walter Koschatzky (dtb 2868).
Paul Kruntorad, Täglich Alles, 10. 01. 2000