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MICHAŁ BUDNY, 2013 MICHAŁ BUDNY, 2013
Titel
MICHAŁ BUDNY Ashamed and Shameless
Eröffnung
19 NOV, Einführung: Bjorn Geldhof, stellvertretender künstlerischer Direktor des PinchukArtCentre, Kiew
dauer
20 NOV 2013 – 18 JAN 2014
 
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Michał Budnys Arbeiten – Objekte und Installationen – stellen in flüchtigen Transparenzen und labilen Prozessen Wahrnehmungsmöglichkeiten her. Klebeband, Karton, Folie, Transparentpapier, Holz sind Budnys bevorzugte Arbeitsmaterialien, deren karge, scheinbar ausdrucklose Materialität wesentlich die Präsenz seiner Werke bestimmt. Die fragilen Gebilde, formal puristisch und reduziert, thematisieren ihre Bedingtheit und Konsistenz in Raum und Zeit, da das Material, aus dem sie gemacht sind, Veränderungsprozessen unterliegt.

Wie verhält sich Kunst im Raum? Für die Ausstellung „Ashamed and Shameless“, seine dritte Einzelausstellung in der Galerie, ließ sich Budny von verlassenen Orten, Grenzbereichen, marginalen Situationen inspirieren und verwendet diesmal auch Recycling-Material wie Stoffe und Decken, die er auf Hinterhöfen gefunden hat. Sie transportieren spürbar die Aura der Fundorte, die Atmosphäre der Ausgesetztheit.

Budny hat in die Galerieräume einen MDF-Boden mit integrierten stufenartigen Podesten eingezogen und damit das signifikante Galerie-Parkett gleichsam verhüllt, tabula rasa gemacht. Auf der Bühne dieses Kunstraums werden Verbergen und Enthüllen Teil der inszenatorischen Performanz. Die materielle Mehrschichtigkeit der Bild-Objekte verbirgt und enthüllt gleichzeitig. Decken, verklebte Papiere, sich überlappende Lagen von Folien – im Grenzbereich der Sichtbarkeit wird das Verhältnis von Bildträger und Material“auftrag“ hinterfragt. Ist das verhüllte Bild schon das Bild? Oder lediglich verpackter Rahmen? Beziehungsweise was wird sichtbar, wenn die Folien den Blick nach innen spaltweise freigeben? Ist die Rückwand oder der am Rand durchscheinende Rahmen das Bild? „Auch scheint unter der Oberfläche vieler Objekte etwas verborgen zu sein, so als handle es sich um subtile Formen der Verpackung, die sowohl materielle wie immaterielle Dinge schützend umhüllt. Diese Umhüllung trägt auch zum Eindruck des Entschwindens bei, der vielen dieser Werke trotz ihrer sichtbaren Präsenz anhaftet. Es gibt offenbar einen unsichtbaren, nicht greifbaren Kern, eine Essenz, die sich uns indessen auch bei intensiver Betrachtung nicht zeigen will.“ (Vanessa Joan Müller, Zwischenräume, in: Michał Budny, Sandpaper, Düsseldorf 2011, S. 8)

Geschärfte Wahrnehmung ist das Thema von Michał Budnys Kunst. Er nennt seine Arbeiten Organismen aus voneinander abhängigen Teilen. Sie führen eine halbmaterielle, delikate Existenz und betonen die Fremdheit der Dinge. Die Objekte scheinen in ihrer Dinghaftigkeit ein unzugängliches Eigenleben zu leben, doch in ihrer Beziehung zum Betrachter im Raum sind sie ein möglicher Funke, der Assoziationsketten aktiviert. „Sie schaffen Gedächtnisräume und treffen auf vertraute oder fremde Erinnerungen, reisen in die Vergangenheit oder rotieren in Zeitschleifen. Zeit läuft hier nicht mehr einfach nur ab, sondern verzweigt sich in die Gleichzeitigkeit denkmöglicher Entwicklungen, die Gleichzeitigkeit von Aktualität und Virtualität.“ (Ebda., S. 10)
 
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