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KARIN SANDER - IGNASI ABALLÍ Inside Job
Ausstellung
KARIN SANDER - IGNASI ABALLÍ Inside Job
curated by_Maria de Corral/Dan Cameron
Dauer
6 MAI – 6 JUN 2009
Text
KARIN SANDER
 
XML-SVG Code, Quellcode des Ausstellungsraumes, Galerie nächst St. Stephan, 2009

Architekturentwürfe werden heute mit Computerprogrammen erzeugt und die Räume darin durch Renderings in ihrer Kubatur simuliert. Die Arbeit von Karin Sander macht die zur Darstellung und Konstruktion des Ausstellungsraumes verwendeten Daten der Galerie nächst St. Stephan in seinen Zahlen und Zeichensystemen als ausgeschriebenen Quellcode sichtbar. Damit wird die gesamte architektonische Innenform des Ausstellungsraumes als XML-SVG Code wiederum auf den Wänden des Ausstellungsraumes dargestellt, genau in den Zahlensystemen, die der Architektur, dem Raumvolumen zu Grunde liegen. Würde man all diese Zahlen des Quellcodes in das Computersystem eingeben, würde wieder der architektonische Körper als dreidimensionales Bild entstehen. Für den Betrachter stellen die Zahlenreihen farbige Muster dar, die in ihrer lesbaren, jedoch verschlüsselten Sprache auf etwas sehr Konkretes verweisen, eine Zeichnung im Raum, die zugleich eine Zeichnung vom Raum ist.


IGNASI ABALLÍ
 
Am Beginn des künstlerischen Schaffens von Ignasi Aballí stand die Malerei. Von dieser ausgehend hat er einen konzeptuellen Blickwinkel entwickelt. Nicht um die Darstellung der Realität sondern um die Vorstellung von der Realität kreisen seine künstlerischen Fragestellungen. Die Wirklichkeit der Bilder an sich wird zum Thema seiner Arbeiten. Der Hintergrund von Bildproduktion, die Wahrnehmung und Bedeutung von Bildern in der Gegenwart, sowie die Verbindung von Bild und Sprache stecken dabei heute sein zentrales künstlerisches Beschäftigungsfeld ab.
 
In der 32-teiligen Werkserie  „Reflexión“ werden die Spiegelungen von Kunstwerken auf den Böden von Ausstellungshäusern abgebildet. Aballí zeigt gewissermaßen die Schatten, die die Wirklichkeit wirft. Bildproduktion ist ein Vorgang der Reflektion. Es ist  eine Methode der Erfassung der Wirklichkeit durch deren Abbildung, die auch immer ein Herauslösen aus dem Alltagskontext bedeutet, also in gewisser Weise auch eine Entfremdung, die einen distanzierten Blick ermöglicht.
Die gleiche Methode wendet Aballí für das Video „Reflexión. Passión“ an, für das der Künstler eine Bodenreflektion des Filmes „Passion“ (1982) von Jean-Luc Godard abgefilmt hat. Godard dachte über Anpassung und Revolte und über die künstlerische Arbeit an sich nach. Bei Aballí wird dieses Nachdenken doppelt gespiegelt, einmal in der Abfilmung der Spiegelung des Filmes und noch einmal in dessen Spiegelung auf dem Boden des Galerieraumes.
Für die „Llistats“ werden Wörter aus Zeitungen geschnitten und zu Collagen zusammengefasst. Realität wird in den Medien quantifiziert und abstrahiert. Sprache erzeugt wieder eigene individuelle Bilder.
 
Ignasi Aballí, 1958 geboren, lebt in Barcelona.
Einzelausstellungen (Auswahl): 2008 Nadala, Fundació Joan Miró, Barcelona; 2006 0-24h, ZKM, Karlsruhe; Ikon Gallery, Birmingham; Museu Serralves, Porto; MACBA, Barcelona (2005); 2004 Nada-para-ver, Museo de Bellas Artes de Santander; 2002 Desapariciones, Espacio Uno, Reina Sofía, Madrid. Group Exhibitions / selection: 2008 Zones de Risc, Caixaforum, Barcelona / Madrid; Leve, transparente y casi algo, Museo Esteban Vicente, Segovia; Weder Entweder Noch Oder, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart; 2007 Biennale di Venezia; Sharjah Biennial 8
 
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