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CHRISTOPH WEBER loose concrete
Ausstellung
CHRISTOPH WEBER loose concrete
Eröffnung
24 JUN, Einführung: Georgia Holz, Kuratorin, Wien
Dauer
25 JUN – 21 AUG 2010
Text
Beton ist in den jüngsten Arbeiten von Christoph Weber ein Grundelement seiner primären bildhauerischen Gesten. Für ihn sind sowohl Symbolkraft wie Beschaffenheit dieses Werkstoffs von immanenter Bedeutung, lässt sich mit ihm doch der Akt der Bearbeitung als performatives Moment sinnfällig machen.
 
Destruktivität steht bei Webers Arbeiten in einem vielschichtigen Verhältnis zu Konstruktion und Materialität. In seiner Ausstellung „loose concrete“ kommt Ton als zweiter Werkstoff zentral zum Einsatz. Weber bewirft die lange Wand der Galerie mit Ton, schreibt die kinetische Energie in das Material ein und assoziiert als schablonenhafte Wandarbeit die Betonmauer in Jerusalem, die bei einer Höhe von bis zu 10 m jene Aggression nur verschiebt, die sie vorgibt zu verhindern.
 
Die Serie jeweils zweier Betonquader, aus denen Ecken ausgebrochen wurden, welche im Gegenstück zur Ergänzung werden, machen auf gänzlich andere Art die Spuren von Aggression im Material sichtbar. Hingegen arbeitet „Untitled (Base)“ mit dem Entstehungsprozess von Beton selbst. Ein Gemisch aus Zement und Sand wird in einer vor der Ausstellung am Boden platzierten Holzverschalung am Rand mit Wasser begossen. Zur Eröffnung ist die Mischung am Wasserrand zu einem fragilen, gezeichneten Betonquadrat abgebunden.
 
Die Reihe der „Petroglyphen“ repräsentiert den bildhaften Ansatz in Webers Arbeit. Es entstehen Silhouetten von Menschen vor der Betonbarriere, indem Weber die Mauerflächen wegkratzt. Die Ohnmacht der Personen im Verhältnis zu Größe und Gewalt der Betonteile der Mauer wird psychisch nachvollziehbar.
 
Ein weiterer „zeichnerischer“ Zugriff sind Webers „Betonsprayungen“. Er bedient sich dabei einer Sprühflasche, um mit Wasser im Gemisch aus Sand und Zement Zeichnungen von Bauhaus-Gebäuden in Tel Aviv zu fertigen. Die architektonisch konstruktive, positiv besetzte Verwendung von Beton kommt hier zur Sprache.
 
Die „Tonzeichnungen“ thematisieren Anschläge und Militäroperationen beider Seiten des Nahostkonflikts, die Weber mit einer Nadel in Ton ritzt. Sie werden in weißen Metallkästen an der Wand verschlossen, die nur für eine kurze Betrachtung geöffnet werden können, damit der Ton nicht austrocknet. Jeder Kasten beinhaltet israelische und palästinensische Ereignisse und die Opfer gegenseitiger Produktion von Gewalt.
 
Seite des Künstlers