Middle: Part of SPENCER LEWIS Bubbles

Left: Part of SPENCER LEWIS Bubbles

Right: Part of SPENCER LEWIS Bubbles

Left: Part of SPENCER LEWIS Bubbles

Left: Part of SPENCER LEWIS Bubbles

Die Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder freut sich, neue Arbeiten von Caitlin Lonegan in ihrer dritten Einzelausstellung zu präsentieren. Die Bilder der Künstlerin bauen auf ihren Beobachtungen von Licht und Farbe auf. Sie konzentriert sich darauf, wie sich diese in einer Reihe von sich überlappenden Gesten, in denen sich das Subjektive und Empirische permanent überschneiden, vermitteln lassen. Dazu gehören auch die Beobachtung der Umgebungsbedingungen in ihrem Atelier, ihre bisherigen Bilder und jene, an denen sie gerade arbeitet, sowie eine Vielzahl von Objekten, auf die ihr Blick fällt. Von diesen fängt sie spezifische visuelle Informationen ein und reproduziert ihre Effekte, die in ein neues Bild überführt werden können. Lonegan wiederholt diesen Prozess endlos und bringt so generative Variationen in verschiedenen Maßstäben hervor, die auf unterschiedlichen malerischen Ansätzen basieren.  

 

Vor fast zehn Jahren hat Lonegan einmal geschrieben, dass ihr Prozess voller „Stolpersteine, kleiner Wiederholungen und Rhythmen“ sei, deren Variationen von einer Serie zur nächsten immer wieder einen neuen Ausdruck finden. Diese Inventare werden von ihr auf verschiedene Arten aufgebaut, unter anderem in ihren Zeichnungen auf Aquarellpapier: Diese zeigen schematische oder atmosphärische Darstellungen von beobachteten Farbphänomenen, abstrahiert in spontanen Gesten mit Buntstiften oder Ölpastell. In ihren Studien nähert sie sich einem Verständnis an; diese bilden das Grundgerüst, das sie später in der Fluidität der Farbe realisiert. Ihr Versuch, die subjektiven Beobachtungen prismatischer Farben festzuhalten und diese in eine empirische Aufführung zu transformieren, positioniert ihr Werk jenseits dessen, was man im Allgemeinen mit dem Abstrakten Expressionismus assoziiert – mit dem ihr Werk übrigens verbunden ist. Die seit dem 20. Jahrhundert prägende Richtung, strebte eine emotionale und materielle Reinheit an, die durch Lonegans Beharren auf akkurat festgehaltene Farbphänomene unterlaufen wird. So wird ihre Unterwerfung unter unbeherrschte Impulse und die eigensinnige materielle Qualität der Ölfarbe verhindert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Lonegan sich weigert, ihre Intuition zu nutzen oder ihre Bilder impulsiv zu gestalten; aber sie ist äußerst loyal zu den optischen Daten, die sie abbilden möchte, denn sie sind grundlegend, damit eine Malerei auf der nächsten aufbauen kann.

 

Hier lassen sich instinktiv die Früchte von Lonegans Bemühungen spüren – hier bieten die räumlichen Effekte, die reich an Bewegung, spezifischen Momenten und Tiefe sind, körperliche Belohnungen an, die sich einer beschreibenden Sprache entziehen. Das liegt daran, dass ihre Malereien nicht aus effizienten Gesten hervorgehen, deren Ziel es wäre, flüchtige Farbphänomene mit einem einzigen Pinselstrich festzuhalten; sie sind vielmehr das Resultat von kleinen Schnitzern, Stakkatos und Korrekturen, die sich langsam zu seltsam prismatischen Ansammlungen aufbauen. Diese verdanken sich materiellen Überlegungen, wie die sorgfältige Auswahl der Pigmente, oder die Trocknungszeit zwischen dem Auftragen der Schichten, aber auch ihr Lonegans Zögern, zufriedenstellende Lösungen zu finden. Man findet sie schließlich, wenn sie sich auf einem strahlend weißen Hintergrund absetzen, der zwischen den malerischen Passagen wie eine Luke in den von ihnen gestalteten Bildraum fungiert.

 

In Untitled (CL 2022.14), 2022, können wir eine Reihe von dominanten Farben beobachten: Goldmetallic, Taubenblau, Neapelgelb, sowie auch kräftigere Akzente in einem Veilchen-Violett. Sie versammeln sich um eine weiße Luke im unteren Zentrum des Bildes. Lonegan hat diese Farben und deren verdünnte Nuancen auf diese ansonsten ebene weiße Fläche getröpfelt. Die Farben vermitteln den Eindruck, dass wir durch die gemalten Ereignisse in die verstörende (oder friedliche, je nach Standpunkt) Leere sehen, die selbst an die erfahrensten Maler*innen unmittelbar appelliert und sie aktiviert. In dieser räumlichen Bewegung werden die Farben außerdem von den zahllosen Variablen der Transparenz, der Pastosität und des Schimmerns beeinflusst. Sie alle tragen dazu bei, den Bildraum rund um Lonegans wiederkehrende Luken, die jedes ihrer Bilder verankern, zu modulieren.

 

Bei anderen, weniger zahlreichen, Arbeiten verwendet sie anstatt von Weiß eine Goldmetallic-Farbe als Grundierung, deren freie Elektronen vibrieren und ihr eigenes seltsames Licht emittieren, begleitet von Passagen mit solideren Farbtönen. In Untitled (CL 2022.11), 2022, dient der metallicfarbene Grund dazu, eine atmosphärische Bühne bereitzustellen, über der, fast wie Erscheinungen, Passagen mit Violett, Ziegelrot, Purpur und Weiß sichtbar sind. Die Kanten der T-förmigen Keilrahmenleisten zeichnen sich hinter der Leinwand ab und teilen die Arbeit in vier klar getrennte Quadranten. Oben links gibt es zwei schlangenartige weiße Bänder und einen hellvioletten Nebel direkt rechts daneben. Letzterer wird von einer trockenblauen Linie umkreist, als wäre es eine Reaktion auf das grafische Gewicht der benachbarten weißen schlangenförmigen Linien. Man könnte sich endlos auf solche Details konzentrieren, die Verbindungen zu den benachbarten Stellen analysieren; dies ist eine Fleißarbeit, mit der unser geduldiger Blick belohnt wird. Unser Blick, wenn er dies zulässt, entspannt sich letztendlich und diese malerischen Effekte übertrumpfen unser logisches Verständnis.

 

Unter den hunderten von Entscheidungen, die Lonegan bei jeder Malerei trifft – viele davon angetrieben von Neugier und Zweifel –, gibt es nur ganz wenige visuelle Informationen, die nicht ihrer konkreten Beobachtung entsprungen sind. Ihre Bilder sind geprägt von einer Klarheit, die einer Kette von malerischen Experimenten entstammt und die versucht, zusammenpassende visuelle Phänomene zu vereinen. Nur sie entscheiden, was in diesem Prozess das „richtige“ Ergebnis ist, aber ihr Anspruch an die getreue Wiedergabe verwandelt die Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt in ein lebendiges Spiel von Bewusstsein und Wahrnehmung. Es ist ein Spiegelkabinett, dessen Weg in Richtung Klarheit ein rigoroser Prozess ist, der seinen Ausdruck in Stolpersteinen, Wiederholungen und Rhythmen findet.

 

— Max Maslansky

Caitlin Lonegan

Untitled (CL 2022.09), 2022
Öl, metallisches Öl auf Leinwand
219 x 188 cm

Caitlin Lonegan

Untitled (CL 2022.12), 2022
Öl, metallisches Öl, irisierendes Öl auf Leinwand
214 x 152 cm

Caitlin Lonegan

Untitled (CL 2022.10), 2022
Öl, metallisches Öl auf Leinwand
183 x 137 cm

Caitlin Lonegan

Untitled (CL 2022.13), 2022
Öl, metallisches Öl auf Leinwand
171 x 119 cm

Caitlin Lonegan

Untitled (CL 2022.14), 2022
Öl, metallisches Öl, irisierendes Öl auf Leinwand
171 x 119 cm

Caitlin Lonegan

Untitled (CL 2022.19), 2022
Öl, metallisches Öl, irisierendes Öl auf Leinen
122 x 122 cm

Caitlin Lonegan

Untitled (CL 2022.11), 2022
Öl, metallisches Öl auf Leinen
112 x 81,5 cm

Caitlin Lonegan

Untitled (CL 2022.16), 2022
Öl, metallisches Öl, irisierendes Öl auf Panele
40,5 x 30,5 cm

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