Atelier Herbert Brandl, Photo © Levente Szücs

Meine Malerei ist ein Hybrid, schwankend zwischen abstrakter und natürlicher Formgebung.

— Herbert Brandl

Die abstrakten Werke von Herbert Brandl entfalten die für sein Werk charakteristischen vielgestaltigen Ebenen aus Farben und Formen. Sie nehmen die formale Auseinandersetzung mit der Abstraktion auf und übersetzen sie – strukturiert von plakativen Farbfeldern und einem gestischem Duktus – in großflächige Dimensionen.

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Öl auf Leinwand
200 x 300 cm

Brandl wählt zwischen leuchtenden, fast grellen Farbtönen, genauso wie gedeckten, dunklen Farbnuancen aus. Die großformatigen Leinwände werden zur Gänze mit Farbfeldern überzogen, Größendimensionen verschwinden, werden so unkenntlich gemacht. Das Dargestellte erhält eine Präsenz, die von einem ausschnitthaften Charakter, einem expressiven Gestus und der dynamischen Farbauswahl bestimmt ist.

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Öl auf Leinwand
218 x 170 cm

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Öl auf Leinwand
200 x 300 cm

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Öl auf Leinwand
160 x 120 cm

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Öl auf Leinwand
250 x 600 cm

Anlässlich der Ausstellung Exposed to Painting. Die letzten zwanzig Jahre im Belvedere 21, Wien wurde ein rund 15-minütiger Film gedreht, im dem Herbert Brandl einen sehr persönlichen Einblick in sein Erleben von Kunst und Kunstgeschichte gibt und über Erfahrungen erzählt, die sein Werk maßgeblich geprägt haben.

Mountains in the lndustrial Park and Other Romantic Observations, lnes Mitterer im Gespräch mit Herbert Brandl, A 2020, Kamera: Walter Reichl und Stephan Krug, Ton: Karin Gruber, Schnitt: Nicola Stampfer, Produktion: wrfilm, Courtesy Belvedere 21, Wien

Über längere Zeiträume gilt das Interesse Herbert Brandls der Beobachtung und Beschäftigung mit Motiven wie dem der Rose, des Berges oder des Wildflusses. Häufig auch auf eigenen Fotografien basierend, sind die Darstellungsweisen breit gefächert. Sie reichen von gegenständlichen zu abstrahierten bis hin zu gänzlich abstrakten Abbildungen des Gesehenen. In einer Ausschnitthaftigkeit gefasst und von ihren Kontexten gelöst dargestellt, erhalten die Motive Eindringlichkeit und monumentale Präsenz.


Mit großzügiger Geste, präzise gesetztem Licht und sinnlicher Farbstimmung entstehen empfundene Wahrnehmungen von dynamischem, ungebrochen fließendem Wasser. Während Herbert Brandl das Motiv des Wildflusses durch den gewählten Bildraum und die Formgebung dekonstruiert, werden gleichzeitig poetische Wunschbilder konstruiert – die einer scheinbar unberührten und unversehrten Natur.

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2017
Öl, Sprayfarbe auf Leinwand
170 x 218 cm

Das Motiv der Rose ist ein im gegenwärtigen zeitgenössischen Kunstdiskurs unerwarteter Topos. Durch holländische Stillleben bis hin zu Salvador Dali oder Cy Twombly in der Kunstgeschichte fest eingeschrieben, ist er mit Bedeutungen und Zuschreibungen aufgeladen.

Ohne Scheu rückt Brandl die Rose in den Mittelpunkt seiner malerischen Auseinandersetzung, ob in ihrer Gegenständlichkeit atmosphärisch verdichtet oder als abstrahierte Darstellung. Durch präzise gewählte Ausschnitte, eine kraftvolle Farbgebung und bildfüllende Darstellungen erhalten die Arbeiten eine eindrückliche Präsenz und faszinierende Monumentalität.

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand
70 x 90 cm

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Öl auf Leinwand
250 x 600 cm

... Ich male die Bilder aus der Bewegung, aus dem Strich heraus, aus der Pinselgröße, der Farbe.

... Ich muss den Berg auch nicht gesehen haben, um ihn zu malen, muss nicht vor Ort gewesen sein, um die Luft zu spüren oder das Licht zu sehen.

— Herbert Brandl

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Acryl auf Leinwand
90 x 120 cm

Der Berg ist das wohl signifikanteste Motiv im Werk von Herbert Brandl. Häufig als dramatische Bildkompositionen angelegt, sind es, neben namenlosen Gebirgsformationen, die großen Bergmassive wie der Mount Everest, der Annapurna oder der Mount Kenya, die erhaben und gleichzeitig menschenleer dargestellt sind. Für Herbert Brandl ist das “ … mein Traum, der leere Berg, der Berg, den niemand besteigen kann. Die leere Landschaft, das Unberührte, wo niemand hingeht, wo niemand sein will. Mir gefällt diese Idee der Einsamkeit, die Idee, dass der Berg alleine ist.”

Herbert Brandl

Großglockner, 2016
Öl auf Leinwand
170 x 218 cm

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2017
Öl auf Leinwand
310 x 310 cm

Ich bewege mich gern zwischen Abstraktion und Realismus. Das ist das Spannungsfeld, in dem ich arbeite.

— Herbert Brandl

Herbert Brandl überführt auf bemerkenswerte Weise seine Beobachtung von Naturphänomenen und Tieren von der Leinwand auf eine skulpturale Ebene. Dem geht ein handwerklicher Prozess voraus, bei dem zunächst die angedachte Form mit Styropor und Draht im Groben vorgeformt wird. Diese wird von Brandl mit Ton überzogen, durch die Bearbeitung mit seinen Händen erhält die Figur schließlich ihre Form.

Der fertige Bronzeguss weist schließlich die Spuren des handwerklichen auf: Fingerabdrücke des Künstlers sind ebenso sichtbar wie der gestische und malerische Charakter, der sich in die Skulpturen eingeschrieben hat. Füchse, Lemuren oder Gorillas erhalten ihre Gestalt und werden zum alleinigen Motiv. Brandl fordert dabei unsere Sehgewohnheiten heraus, wenn er die Tiergestalten, menschlichen Porträts gleich, repräsentativ als Büste auf einem Sockel präsentiert darstellt.

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Bronze poliert
58 x 49 x 43 cm
Sockel 10 x 67 x 62,5 cm

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2020
Bronze patiniert
53 x 31 x 44 cm

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2019
Bronze mit Patina
Unikat
55 x 26 x 36 cm

Aus Bronze geformt, erfahren die Skulpturen unterschiedliche Oberflächenbehandlungen. Sie sind patiniert oder poliert und erhalten dadurch ihren eigenen Charakter. Ebenso die Bergkristalle, die durch die gewählte Oberfläche ihr unterschiedliches Gepräge und dadurch ihre beeindruckende Wirkung erzielen. Malerisch sind sie bei Brandl oft ins Objekthafte, Architektonische verfremdet. Als Skulpturen aus Bronze hingegen erscheinen sie als vielschichtige Objekte, die scheinbar in den Raum hineinwuchern und durch ihre Monumentalität wirken.

Herbert Brandl

Ohne Titel, 2020
Bronze patiniert, poliert und versiegelt
35 x 38 x 23,5 cm

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