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CARL ANDRE, INGO MELLER CARL ANDRE, INGO MELLER
Ausstellung
CARL ANDRE, INGO MELLER
Eröffnung
21 MAR 2000
Einführung
Mag. Florian Steininger
Ausstellungsdauer
22 MAR – 25 APR 2000
Text
Die Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder präsentiert mit den Bildern von Ingo Meller und den Skulpturen von Carl Andre, einem Hauptvertreter der Minimal Art, zwei inter-national arrivierte Positionen, die trotz ihrer medialen Unterschiede einen spannungsreichen und komplexen Dialog im Analytischen, Puristischen und im räumlichen Kontext gestalten.

INGO MELLER, 1955 in Köln geboren, ist neben Günter Umberg und Joseph Marioni Vertreter einer analytischen Malerei. Er vertritt in seiner malerischen Bildgestaltung eine konsequent modernistische Haltung. Mit Paul Cézanne hat sich die Malerei vom Abbild zum Gebilde gewandelt. Die faktische Bildfläche und die Autonomie des Pinselstrichs und der gemalten Farbe sind die entscheidenden Charakteristika des modernen Tafelbildes, die sich auch im Werk von Ingo Meller widerspiegeln.
Leinwand als Leinwand: Sie fungiert anstelle der transparenten raumillusionierenden Matrix als reiner Farbträger. In der klassischen Malerei wird das Tafelbild als Fenster deklariert, dessen Ausschnitt der fingierten Realität vom Bilderrahmen vorgegeben wird. Meller appliziert dagegen die rohe, ungrundierte Leinwand auf die Wand, wodurch Objekthaftigkeit und räumlicher Kontext erzielt werden.
Farbe als Farbe: Die unvermischte Farbe wird mit dem Pinsel pastos auf den Bildträger aufgetragen. Die Betitelung mit dem genauen Namen der Farbtypen zeugt von der autonomen Präsenz der Farbe, losgelöst von der motivischen Darstellung und ihrer immateriellen Glätte. Trotz der gestischen Faktur geht es Meller nicht um den expressionistischen Malakt in seiner Heftigkeit, sondern mehr um die Verdeutlichung des Malprozesses, wobei seine Bilder eine klassisch koloristische Sinnlichkeit ausstrahlen.

CARL ANDREs (geboren 1935 in Quincey, Massachussetts) minimalistisches Gestalten im Dreidimensionalen hat seine Ursprünge in den späten 50er Jahren. Mit gleichförmigen Holzblockquadern wurden strukturelle Analysen zum Verhältnis von Sockel und Figur betrieben. Trotz ihrer unbehandelten Oberfläche, ihrem abstrakten Äußeren und ihrer identen Formgebung blieben Andres Arbeiten dem Aufrechten der klassisch figurativen Skulptur verbunden. Mitte der 60er Jahre wurden die geometrischen Formen in einem stärkeren Neben- als Übereinander im Raum seriell angeordnet, wodurch die Objekthaftigkeit im spatialen Konztext gegenüber den traditionellen skulpturalen Parametern an Bedeutung gewonnen hat.
Während man Ingo Mellers gemalte Bilder als wandbezogene Gebilde begreift, sind zum Beispiel die flachen Metallplatten von Carl Andre auf den Boden bezogen, die vom Betrachter in Ort und Zeit vermessen werden. Anstelle des hierarchischen distanzierten Gegenübers bei klassischen Skulpturen nehmen Andres Arbeiten ein rauminstallatives Darunter ein, die vom Ausstellungs- besucher abgeschritten werden. Das roh Belassene der Metallplatten korreliert mit dem puristischen Malakt von Ingo Meller, der Farbe und Leinwand eine authentische Wirkung verleiht. Die serielle Ordnung und die verknappte Form in der minimalistischen Skulptur steht der reduzierten Farbpalette und der einheitlichen Pinselstrichführung auf der Leinwand gegenüber.