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KARIN SANDER 3-D Bodyscans der originalen Personen im Maßstab 1:10 KARIN SANDER 3-D Bodyscans der originalen Personen im Maßstab 1:10
Ausstellung
KARIN SANDER 3-D Bodyscans der originalen Personen im Maßstab 1:10
Eröffnung
4 FEB 2000, Einführung: Dietmar Glatz, Glatz Engineering, Olpe, Deutschland, und Dr. Rainer Fuchs, Vizedirektor Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien
Ausstellungsdauer
5 FEB – 18 MAR 2000
Support
Das Ausstellungsprojekt wurde von den Firmen Glatz Engineering, Olpe, und Tecmath, Kaiserslautern, in Deutschland unterstützt.
Text
Unter dem Titel "Kunst aus dem Automaten" war im deutschen Wochenmagazin "Der Spiegel" (39/1999) folgende Ausstellungsbesprechung zu lesen: "Fünfzig Bundesbürger stehen in der Pfalzgalerie in Kaiserslautern unter Glas ­ als Kunststofffiguren im Maßstab 1:10. Die Konzeptkünstlerin Karin Sander hat die Miniaturen mit modernster Technik anfertigen lassen. Die repräsentativ ausgewählten Bürger, darunter FCK-Spieler Ratinho, Oberbürgermeister Bernhard Deubig und der Museumshausmeister Rudolf Bernert, wurden in je zwölf Sekunden per Laserstrahl von einem ,Body-Scanner' der Firma Tecmath abgetastet. Die Datensätze reisten auf CD-Rom nach Olpe, wo der "Extruder" der Firma Glatz Engineering die Modelle in je 30 Stunden aufbaute: In Schichten von 0,2 Millimeter Dicke formte der Roboter die Kontur durch präzise Steuerung eines dünnen Strahls geschmolzenen ABS-Kunststoffs. Ein Airbrush-Spezialist in Donzdorf kolorierte die Rohlinge. Sander verbot den Technikern, die feinen Schichtkanten zu glätten: ,Die sichtbaren Stufen sind so authentisch wie die Schnitzspuren einer Holzskulptur', erläutert sie...."
Die neue Werkgruppe von Karin Sander steht im Spannungsfeld von Mensch und Computer und stellt die Frage nach der Gattung des Porträts auf verblüffend technoide Weise. Gemeinsam mit den oben erwähnten Spezialisten hat die Künstlerin ein Verfahren entwickelt, das als neue Form der Porträtkunst bezeichnet werden kann. Doch was geschieht, wenn der Künstler nicht mehr selbst Hand anlegt, sondern den Schaffensprozeß an die Maschine delegiert? Was geschieht dabei mit dem Verhältnis von Mensch und Modell? Exakt vermessen, digitalisiert, eingescannt, im Maßstab 1:10 verkleinert, scheibchenweise als Figur aufgebaut ­ ist der Mensch das Modell für die Figur oder ist die Figur ein Modell des Menschen?
So technizistisch die Werkbeschreibung anmuten mag, so lebendig ist indes das Ergebnis. Die körperliche Präsenz der Figuren ist überraschend und berührend, als stünde man vor dem Original. "Und obwohl hier kein kritisches oder liebendes Auge der Künstlerin Regie führte, entfalten diese winzigen, total objektivierten Menschengestalten ein beachtliches Eigenleben. Die geballte Faust in der Hosentasche, eine große Pose mit Toga, der energische Blick zu fernen Ufern ­ das sind die kleinen verräterischen Zeichen der Seele. Das ,Selbstporträt' aus dem Computer mutiert durch die Imaginationskraft des Betrachters plötzlich zum wesenhaften Porträt: Das ist der Mensch mit Leib und Seele..." (Karin Leydecker, FAZ, 9.10.1999, S. 48).
 
Karin Sanders noch nicht abgeschlossenes Projekt umfaßt mit geplanten 100 Figuren einen "repräsentativen" Querschnitt durch die Bevölkerung. Neben Freunden, Künstlern und Prominenten aus der Kunstszene sind ebenso Menschen anderer Berufsgruppen als charakteristische Vertreter der Gesellschaft versammelt. Die Galerie nächst St. Stephan zeigt eine Auswahl von 45 Figuren sowie Arbeiten aus der Lint-Pic-Up-Serie, bei der die Künstlerin mit einem Kleiderroller "Ganzkörperabnahmen" verschiedener Personen fertigte. Eine Photoedition rundet die Ausstellung ab.
 
Seite der Künstlerin