What We CarrySonia Leimer
Christian Kosmas Mayer

Museum Exhibition
Museion
Bolzano
Italy
13 Nov 202529 Mar 2026
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Mit What We Carry zeigt das Museion eine Ausstellung, die zeitgenössische Kunst mit den Leitwerten der Kulturolympiade Milano Cortina 2026 verbindet: Inklusion, Nachhaltigkeit und Vermächtnis. Im Zentrum stehen neue Auftragswerke und Forschungsprojekte von Sonia Leimer und Christian Kosmas Mayer, ergänzt durch eine außergewöhnliche Sammlung von 43 olympischen Fackeln (1936–2024). Die Ausstellung untersucht die Beziehung zwischen der Gestaltung und Symbolik der Fackeln und Themen wie Macht, Sichtbarkeit und kulturelles Erbe. Wie das olympische Feuer selbst wird auch das Vermächtnis dieser Werte von Hand zu Hand weitergegeben – ein lebendiger Austausch, in dem sich Kunst und Sport begegnen.
 
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Sonia Leimers raumgreifende, 40 Meter lange Skulptur in Form eines Unendlichkeitszeichens. Sie verweist auf eine Laufbahn und dient zugleich als Sockel für eine Sammlung von 42 Olympischen Fackeln, die das Olympic Aid and Sport Promotion Project als Leihgabe zur Verfügung stellt. Die dynamische skulpturale Form nutzt die Fackeln als Ausgangspunkt für Reflexionen über Kontinuität und Veränderung sowie die Werte der Olympischen Spiele im Wandel der Zeit. Leimer erlangte Bekanntheit mit Skulpturen und Videoarbeiten, in denen sie oftmals physische Räume und Alltagsgegenstände als Spiegel sich verschiebender gesellschaftlicher Narrative erkundet. Diese Themen überführt sie in den Ausstellungsraum und lädt die Betrachtenden zum Nachdenken über unseren Umgang mit Objekten sowie über Veränderungen ihrer Bedeutung im Laufe der Zeit ein.
 
Die erste olympische Fackel von 1936 wird in einem separaten Raum präsentiert. Sie wird Teil von Christian Kosmas Mayers skulpturaler Installation, die im Rahmen seines Langzeit-Forschungsprojekts The Life Story of Cornelius Johnson’s Olympic Oak and Other Matters of Survival entstand. In Auftrag gegeben wurde die Fackel ursprünglich vom nationalsozialistisch kontrollierten Deutschen Olympischen Komitee für den ersten Fackellauf der neuzeitlichen Olympischen Spiele. Mayer stellt sie hier der Geschichte des afroamerikanischen Hochspringers Cornelius Cooper Johnson gegenüber. Obwohl dieser in Berlin Gold gewann, wurde ihm die gebührende Anerkennung verwehrt: Im nationalsozialistischen Deutschland erfuhr er Ablehnung, im eigenen Land Ausgrenzung. Nach seiner Rückkehr von den Berliner Spielen pflanzte er seine „Olympische Eiche“ – einen Setzling, den alle Goldmedaillengewinner*innen erhielten – in Los Angeles. Dort steht die Eiche heute noch. Nachdem Mayer sie Jahrzehnte später in Koreatown entdeckt hatte, sind ihre Stecklinge heute Teil der Installation – als lebendige Zeugen, die die Geschichte des Baumes über politische, gesellschaftliche und ökologische Umbrüche hinweg weitertragen. Im Zusammenspiel mit der Fackel nimmt die Eiche eine markante Position ein: Sie repräsentiert die dauerhafte Verwurzelung gelebter Geschichte gegenüber dem flüchtigen Feuer der Propaganda.
 
Abschließend widmet sich Sonia Leimers neue Videoarbeit Solar (2025) in einer stillen Studie von Landschaft, Licht und Geste den zeremoniellen Ursprüngen der olympischen Tradition. Sie zeigt den Parabolspiegel in Lausanne, der einst zur Entzündung der olympischen Flamme anhand gebündelter Sonnenstrahlen diente, sowie jenen in Athen, der diese Funktion bis heute erfüllt. Eine persönliche Erzählung begleitet die Aufnahmen und fügt dem übergreifenden Thema der Sonne und ihrer Wirkung auf unseren Lebensraum eine subjektive Ebene hinzu.
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  • Lineematiche - Luca Guadagnini
  • Courtesy Olympic Aid and Sport Promotion Project Association

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